Ein neues Kapitel für die Tilia:
Hallo Gustav-Mahler-Villa!

Im September 2026 ist es soweit: die Leipziger Tilia zieht aus der Inselstraße im traditionsreichen Grafikerviertel in die neu sanierte Gustav-Mahler-Villa im schönen Waldstraßenviertel um.

So geht ein 17-jähriges Kapitel am alten Standort in der Inselstraße, in der die Tilia gegründet wurde, zu Ende und ein neues beginnt.

 

Was bedeutet der Umzug für unsere Kunden und Partner?

Mit unserem Umzug in die Gustav-Mahler-Villa beginnt für Tilia ein neues Kapitel. Für unsere Kunden und Partner bleibt dabei das Wichtigste unverändert: Ihre Ansprechpartner, unsere Telefonnummern und E-Mail-Adressen bleiben bestehen und wir sind weiterhin zuverlässig für Sie erreichbar.

Ab September 2026 finden Sie uns unter unserer neuen Adresse:

Tilia GmbH
Gustav-Adolf-Straße 12
04105 Leipzig

Unsere bisherige Anschrift in der Inselstraße 31, 04103 Leipzig, wird damit abgelöst.

Mit der Tilia ziehen auch unsere Tochterfirmen an die neue Adresse.

Die neuen Räumlichkeiten bieten einen besonderen Rahmen für Besprechungen, Workshops und den persönlichen Austausch. Historisches Ambiente, moderne Arbeitswelten und großzügige Besprechungsbereiche schaffen ideale Voraussetzungen für die gemeinsame Arbeit an den Herausforderungen der Infrastruktur, Energie- und Umweltwirtschaft.

Wir freuen uns darauf, Sie künftig in der Gustav-Mahler-Villa begrüßen zu dürfen. Schauen Sie gern bei Ihrem nächsten Termin vorbei und lernen Sie unseren neuen Hauptsitz persönlich kennen!

Unser neues Heim:
ein geschichtsträchtiger Ort

Die Gustav-Mahler-Villa blickt auf eine lange Geschichte zurück. Das 1865 errichtete Gebäude wurde in den Jahren 1887 und 1888 zum Wohnsitz des später weltberühmten Komponisten und Dirigenten Gustav Mahler. Während seiner Leipziger Zeit wirkte er als Zweiter Kapellmeister am Stadttheater und prägte das kulturelle Leben der Stadt mit viel Anerkennung weit über die Region hinaus.

In Leipzig dirigierte Mahler unter anderem Werke von Richard Wagner, Carl Maria von Weber und Ludwig van Beethoven. Besondere Aufmerksamkeit erhielt die von ihm vollendete Oper Die drei Pintos von Carl Maria von Weber, die 1888 unter seiner musikalischen Leitung in Leipzig zur Uraufführung gelangte.

Die intensive künstlerische Arbeit in dieser Zeit beeinflusste auch Mahlers eigenes Schaffen. Während seines Aufenthalts in der Villa vollendete er seine erste Sinfonie und arbeitete an weiteren Kompositionen, die den Grundstein für seine spätere internationale Karriere legten.

Nach knapp zwei Jahren verließ Mahler Leipzig wieder, nachdem sich die Zusammenarbeit am Theater und die Rivalität mit seinem Kollegen Arthur Nikisch als zunehmend schwierig gestaltet hatte. Das Gebäude im Waldstraßenviertel blieb jedoch als bedeutender Ort der Leipziger Kultur- und Musikgeschichte erhalten.

Heute verbindet die Villa ihre historische Bedeutung mit einer modernen Nutzung. Die stilvoll sanierten Räume bieten den Rahmen für modernes Arbeiten, Besprechungen, Workshops und kreative Arbeitsformate für die Tilia, ihre Töchter und der kooperationsstiftenden Arbeit des Deutsch-Vietnamesischen Hauses. So wird ein geschichtsträchtiger Ort auch künftig als Raum für Austausch, Ideen und neue Entwicklungen genutzt.

Mehr zum Ausnahmekomponisten und -dirigenten Gustav-Mahler erfahren Sie hier bei Wikipedia.

Portrait von Gustav-Mahler von 1907

Hinter den Kulissen:
die Komplettrenovierung

Um die Villa für unseren Einzug fit zu machen, waren aufwändige Arbeiten innerhalb und außerhalb nötig.

Die Erarbeitung des denkmalkonformen Konzeptes begann bereits 2022 und wurde gemeinsam mit dem Architekturbüro BAU BLOCK Architekten erstellt. Der eigentliche Umbau startete im Dezember 2025 und damit verblieb ein sehr enges Zeitfenster, um im September 2026 die Villa beziehen können.

Im Zuge der Renovierung gab es einige bemerkenswerte Besonderheiten, auf die an dieser Stelle eingegangen werden soll.

So konnten die originalen Holzvertäfelungen im Erdgeschoß glücklicherweise erhalten werden. Der Eingangsbereich wurde in Abstimmung mit dem Amt für Denkmalsschutz mit Fliesen versehen, die im selben Design wie die Fliesen in der Küche aus den 30ern Jahren gehalten sind, um eine harmonische Gesamterscheinung des Innenbereichs zu erreichen. Im Souterrain war eine Installation einer Bodenheizung aus vielerlei Gründen nicht möglich – weshalb schließlich eine Deckenheizung (sic!) verlegt wurde. Die Öfen und Kamine konnten glücklicherweise erhalten und ertüchtigt werden und sind nun wieder voll funktionstüchtig.

Bei den Restaurierungsarbeiten wurde unter späteren Farbschichten die originale Wandbemalung der Villa freigelegt. Der dekorative Pflanzenfries stammt vermutlich aus der Zeit zwischen 1885 und 1905 und wurde direkt auf den frischen Putz aufgebracht (vermutlich Fresco-Mischtechnik).

Besonders faszinierend ist die stilistische Einordnung der Malerei: Während der symmetrische Aufbau und die Friesgestaltung noch dem Historismus verpflichtet sind, lassen die fließenden Pflanzenornamente bereits den Geist des Jugendstils erkennen. So dokumentiert die Entdeckung einen spannenden Moment des Übergangs zwischen zwei prägenden Kunstepochen um die Wende zum 20. Jahrhundert.
Bei der Restaurierung des Traufgesimses, welches sich dekorativ unter der Dachkante entlangzieht, machten die Experten eine überraschende Entdeckung: Statt des vermuteten Gipses fanden sie eine historische Harzmasse vor, einen innovativen Verbundwerkstoff des 19. Jahrhunderts, der als früher Vorläufer moderner Kunststoffe angesehen werden kann.

Die Restauratoren verzichteten allerdings auf eine Analyse mittels FTIR-Spektroskopie, da die Dekore aufgrund des bemerkenswert guten Zustandes wunderbar restauriert werden konnten und nun in neuem Glanz erstrahlen.

Die Gründerzeit war nicht nur architektonisch und künstlerisch sehr experimentell, auch bei Baustoffen wurde fleißig experimentiert. So ist zu vermuten, dass die Dekore aus einer aus Mischungen aus Kalk, Gips, Leim und Harzen gefertigt wurden. Diese konnten sehr fein modelliert werden und waren leichter als Naturstein. Der Zustand und die Witterungsbeständigkeit der Dekore nach einer solch langen Zeit sind beeindruckend und zeugen von der Kreativität, Experimentierfreude und handwerklichen Meisterschaft der Baumeister jener Epoche.

Selbst uns, die wir täglich an innovativen Infrastruktur- und Transformationsprojekten arbeiten, hat die Kreativität, der Erfindergeist und die handwerkliche Präzision der damaligen Architekten, Handwerker und Künstler mit Respekt und Ehrfurcht erfüllt.

Kamin im oberen Geschoß (erbaut in den 1990er Jahren)

Details des originalen Holzparkettbodens, welcher komplett aufgearbeitet wurde.

Speicherofen im oberen Geschoß mit weiß glasierten Keramikkacheln. Diese Öfen galten in der damaligen Zeit als hochqualitativ und effizient.

Die straßenseitige Gedenktafel, die an den Aufenthalt Gustav Mahlers in Leipzig erinnert

Überreste der Wandbemalung im Übergang vom Historismus zum Jugendstil als Fresko-Mischtechnik

Historische Holzvertäfelung in der ersten Etage

Im Eingangsbereich wurde in Abstimmung mit dem Denkmalschutz das selbe Fliesendesign wie in der historischen Küche aus den 30er Jahren verlegt, um dem Innenbereich ein stimmige Anmutung zu verleihen.

Die Überraschung: das „Traufgesims“ unter dem Dach besteht aus einer bisher unbekannten Harzverbindung, quasi einem Kunststoff des 19. Jahrhunderts.

„17 Jahre Inselstraße haben uns geprägt. Zukünftig werden wir die Gustav-Mahler-Villa prägen und ihr ein weiteres Kapitel in ihrer Geschichte hinzufügen. Wir freuen uns, Sie als unsere Kunden und Partner in unserem neuen Firmensitz im Waldstraßenviertel zu Leipzig begrüßen zu dürfen!"

Christophe HugGeschäftsführer Tilia GmbH

Weitere Eindrücke während der Restaurierungsarbeiten

"Eine besondere Bereicherung ist für uns das Deutsch-Vietnamesische Haus, das ebenfalls in der Villa seinen Platz findet. Dadurch ergeben sich neue Möglichkeiten, die Zusammenarbeit zwischen Vietnam und der Metropolregion Leipzig sowie die Städtepartnerschaft mit Ho-Chi-Minh-Stadt weiter auszubauen."

Alexander RedekerGeschäftsführer Aone Deutschland AG

Ein Gebäude mit Zukunft

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: mehrere moderne und ergonomische Arbeitsplätze, welche flexibel genutzt werden können. Zwei Meetingräume mit moderner Ausstattung, geräuschisolierte Arbeitsplätze für ungestörte Kommunnikation, zwei Küchen, zwei Pausenräume, eine Terasse zum Verweilen und der künftige Garten, welcher zur Erholung einlädt.

Zudem teilen wir uns die Villa mit dem Verein „Deutsch-Vietnamesisches Haus„, welcher sich der Vertiefung der engen Kooperation zwischen Deutschland und Vietnam auf der Ebene der mitteldeutschen Metropolregion Leipzig widmet und dem unsere Firmentochter Aone Deutschland AG angehört.

Die Spuren vergangener Innovationen in der Gustav-Mahler-Villa erinnern uns daran, dass jede Generation ihre Zukunft gestaltet. Wir freuen uns darauf, von diesem besonderen Ort aus unseren Beitrag dazu zu leisten.
10:07:45 - 32.51 MB